ChatGPT bekommt Werbung – vorerst nur in den USA

ChatGPT Logo - OpenAI führt Werbung ein

OpenAI hat angekündigt, erstmals Werbung in ChatGPT zu integrieren. Ab sofort werden Anzeigen in der kostenlosen Version sowie im günstigsten Abo „ChatGPT Go“ ausgespielt – zunächst aber nur in den USA.

Der Schritt kommt überraschend schnell: Noch vor wenigen Monaten hatte CEO Sam Altman Werbung als „letzten Ausweg“ bezeichnet. Die Realität hat OpenAI offenbar eingeholt – die Kosten für den Betrieb sind enorm, und die Konkurrenz schläft nicht. Erst letzte Woche machte sich Rivale Anthropic mit einem Super-Bowl-Werbespot über OpenAIs Kurswechsel lustig.

Premium-Nutzer bleiben verschont

Wer eines der teureren Abos nutzt – ChatGPT Plus, Pro, Business, Enterprise oder Education – bleibt von Werbung verschont. Für Gratis-Nutzer und Go-Abonnenten gibt es immerhin eine Option: In den Einstellungen lässt sich personalisierte Werbung deaktivieren. Der Haken: Wer die Werbung komplett abschaltet, erhält weniger kostenlose Nachrichten pro Tag.

OpenAI verspricht Grenzen

Das Unternehmen betont, dass Werbung keinen Einfluss auf die KI-generierten Antworten haben soll. Die Anzeigen werden optisch klar gekennzeichnet. Werbetreibende erhalten keinen Zugriff auf Chatverläufe oder persönliche Daten – lediglich anonymisierte Leistungsdaten wie Klickzahlen.

Die Auswahl basiert auf dem aktuellen Gesprächsthema: Wer nach Rezepten fragt, sieht möglicherweise Werbung für Kochzubehör. Werbung für Minderjährige sowie Anzeigen aus den Bereichen Gesundheit und Politik sind vorerst ausgeschlossen.

Was bedeutet das für uns?

Für europäische Nutzer ändert sich vorerst nichts. Die aktuelle Phase ist laut OpenAI ein Testlauf, der langfristig ausgeweitet werden soll. Die Erfahrung zeigt: Was in den USA beginnt, kommt meist auch zu uns. Wer die wachsenden Funktionen von ChatGPT werbefrei nutzen will, wird wohl früher oder später zur Kasse gebeten.